Systemwandel ermöglicht Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

«Systems Change»: Der Begriff prägt die heutige Klimabewegung massgeblich, ist Gegenstand einer wachsenden Anzahl wissenschaftlicher Publikationen. Auch in akademischen Medien ist das Thema Systemwandel präsent.

Was bedeutet Systemwandel in der Praxis?

Catalyst 2030 ist eine weltweite Bewegung. Sie wurde 2020 beim Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet und zeigt, wie Systemwandel in der Praxis gelebt werden kann. Die Bewegung möchte mithilfe eines Systemwandels die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bis 2030 erreichen. Catalyst 2030 definiert Systemwandel dabei als «die gemeinsame Anstrengung von Menschen und Organisationen, die sich verpflichtet haben, gemeinsame Ziele zu verfolgen und langfristige Verbesserungen bei der Lösung sozialer Probleme auf lokaler und globaler Ebene anzustreben». Zahlreiche Stakeholder und Organisationen wie Ashoka, Echoing Green, die Schwab Foundation und die Skoll Foundation unterstützen diese Mission. Ihr Grundkonsens ist eindeutig: Ohne einen grundlegenden Systemwandel werden die SDGs nicht realisiert werden können.

Welche Rolle spielt Systemwandel für die Kreislaufwirtschaft?

Die Grundidee der Kreislaufwirtschaft besteht darin, gesellschaftliche Systeme so zu gestalten, dass Ressourcen möglichst lange im Wirtschaftskreislauf erhalten bleiben und dabei ihren grössten Nutzen und Wert behalten. Um diese Idee in die Praxis umzusetzen, bedarf es eines Systemwandels: einer grundlegenden und tiefgreifenden Transformation politischer, sozialer und wirtschaftlicher Systeme. Dies erfordert verstärkte Zusammenarbeit und Kooperation der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wie erreichen wir den Systemwandel hin zur Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie?

Um diese Herausforderungen anzugehen, sind mehrere Dimensionen von politischen Rahmenbedingungen über Normen und Standards sowie Kultur und Bewusstsein zu berücksichtigen. Ausserdem hilft bei der Umsetzung dieses Systemwandels in der Baubranche die Orientierung an bestimmten prozessualen Schritten. Angelehnt an die 7 Schritte des Systemwandels für Ungleichheit von Alison Badgett, 2022 lässt sich der folgende klare Weg beschreiben:

Schritt 1: Stakeholder Analyse

Untersuchen, wie der Systemwandel in der Baubranche alle Beteiligten beeinflusst. Identifizieren der Akteure und klären welche Funktionen sie haben.

Schritt 2: Ursachenanalyse

Identifizieren des grundlegenden Problems in der Baubranche. Warum ist es notwendig, dieses Problem anzugehen und es zu lösen?

Schritt 3: Problemanalyse

Kategorisieren des Problems hinsichtlich individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebenen und Erkennen von Wechselwirkungen.

Schritt 4: Bestandsaufnahme

Analysieren, wie Programme, politische Massnahmen und die öffentliche Wahrnehmung des Problems in der Baubranche gestaltet sind.

Schritt 5: Lückenanalyse

Prüfen, ob die aktuellen Strategien in der Baubranche das Problem an der Wurzel packen können, und identifizieren von Möglichkeiten zur Verbesserung.

Schritt 6: Identifikation von Massahmen

Bestimmen der konkreten Schritte zur Einführung der Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Identifizierung Schlüsselakteure und notwendige Partnerschaften. Übernahme der Verantwortung für die Umsetzung und Finanzierung.

Schritt 7: Strukturiertes Monitoring

Reflektieren über den Prozess in Bezug auf die Baubranche regelmässig, Evaluation dessen, regelmässiges Monitoring und entsprechende Anpassung der Strategie.

Seit 2019 engagiert sich Circular Hub konsequent für die Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz. Wir kooperieren mit verschiedenen Partnern und Interessensgruppen, um konkrete Projekte umzusetzen. Dazu gehören unter anderem Madaster, SBB (Schweizer Bundesbahnen)CRB (Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung) und Bauenschweiz (Dachverband der Schweizer Bauwirtschaft).

Bildquelle: Chris leverani, unsplash

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