Die Firma Ecocell bietet Leichtbauplatten für den Häuserbau an. Die Platten können als Wände sowohl zur Unterteilung bestehender Räume wie auch als fertige Elemente für modulares Bauen eingesetzt werden. Darüber hinaus finden sie Verwendung in Deckenkonstruktionen mit einer Spannweite von bis zu sechs Metern. Durch die Sandwichkonstruktion aus Wabenkarton und Holz sind die Platten stabil und gleichzeitig leicht. Fredy Iseli, der Gründer von Ecocell, hat die Leichtbauplatte in Zusammenarbeit mit mehreren Maschinenbaufirmen entwickelt. Der Architekt Iseli wollte die Vorteile von Verbundplatten, die zum Beispiel in der Aviatik schon rege angewendet werden, auch im Häuserbau nutzen.
Waben aus nachwachsenden Rohstoffen
Dabei setzte er auf Kartonwaben. Deren Produktion ist weltweit verbreitet und durch die Verarbeitung von Altpapier günstig. Um den strikten Brandschutzbedingungen in Häusern gerecht zu werden, mussten die Kartonwaben jedoch weiterentwickelt werden. Das lösten die Gründer von Ecocell mit einer feuerhemmenden, mineralischen Beschichtung. Abgesehen von der Beschichtung bestehen die Leichtbauplatten von Ecocell aus Holz und Papier. Da sie aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, speichern sie CO2. Gesehen auf den gesamten Bauprozess eines Gebäudes führt dies zu einer sehr guten Ökobilanz, gerade im Vergleich zu einem Aufbau mit Beton oder Backsteinen. Zudem lassen sich die Platten wiederverwenden. Ein in Modulbauweise konstruiertes Gebäude lässt sich also an einem anderen Ort erneut aufbauen.
Langjährige Entwicklung der Produktepalette
Die Idee zu Ecocell entstand bereits vor über 20 Jahren. Die gesamte Entwicklung wurde von Freunden und der Familie von Iseli finanziert und von einem kleinen Team umgesetzt. Daraus ergab sich der grosse Vorteil, dass schnelle Entscheidungswege und die Unabhängigkeit gesichert waren. Eine Herausforderung war dabei die Anpassung der vielseitigen Platte an konkrete Anwendungen. Ecocell bietet Lösungen für Bodenheizungen, für die Aussenisolation und für den Aufbau von Solarpanels mit einem jeweils leicht veränderten Aufbau der Waben. Die Entwicklung einer solch grossen Produktepalette war jedoch mit viel Aufwand verbunden. Optimierungspotential besteht auch beim End-of-life Szenario. Der Verbund aus Holz, Karton, mineralischer Beschichtung und Leim lässt sich nicht mehr trennen und kann deshalb nur verbrannt werden.
Von der Ostschweiz in die Welt
In St. Margrethen in der Ostschweiz wurden die ersten Häuser mit dem Ecocell-System als Wand- und Deckenelementen gebaut. In Uttwil stehen zwei Häuser mit einer neu entwickelten Fassade, die vollständig mit Photovoltaik-Elementen belegt ist. Diese Gebäude zeigen, dass die Leichtbauplatten von Fredy Iseli auch in der Praxis funktionieren.
Ecocell ist aber eingebettet in eine neue Bauweise mit Modulen. Heute werden viele Gebäude als Einzelstücke direkt am Ort aufgebaut. Die Modulbauweise hat dagegen drei Vorteile: Die Bauarbeiten lassen sich auf wenige Tage beschränken, da alle Elemente schon vorbereitet sind. Intelligente Lösungen für Fassaden lassen sich testen und systematisch einsetzen. Und schliesslich lassen sich einzelne Module für neue Gebäude nutzen. Trotz der Vorteile ist die Verbreitung einer neuen Bauweise eine grosse Aufgabe.
Heute ist Fredy Iseli in Verhandlung mit Partnern, um Ecocell weltweit bekannt zu machen und die Produktion der Leichtbauplatten in Lizenz zu vergeben. Zuletzt durfte er zwei Innovationspreise entgegennehmen – die zirkuläre Bauweise mit Holz und Papier findet also immer mehr Anklang.
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