Von zirkulären Ambitionen zur Umsetzung: sieben Schritte für den Bau- und Immobiliensektor

Wie gelingt die Transformation von der Absichtserklärung zur gelebten Praxis für mehr Zirkularität im Bau- und Immobilienbereich?

Mit dieser Frage setzt sich Circular Hub seit über acht Jahren intensiv auseinander – in zahlreichen Projekten zur Strategieentwicklung, zum Aufbau von Kompetenzen sowie in der konkreten Umsetzung. Über unterschiedliche Kontexte hinweg – von einzelnen Bauvorhaben über Portfoliostrategien bis hin zu sektorübergreifenden Initiativen – zeigen sich dabei konsistente Erfolgsfaktoren.

Dieser Beitrag basiert auf dem Transformationspaper von Circular Hub und verdichtet zentrale Erkenntnisse in ein Transformationsmodell.

Ziel des Transformationsmodell

Die sieben Schritte des Transformationsmodells bündeln zentrale Erkenntnisse aus eigenen Projekten und Initiativen. Sie bieten einen strategischen Handlungsrahmen für öffentliche und private Immobilienbesitzer, die zirkuläres Denken strukturiert und pragmatisch in Planung, Entwurf und Portfoliomanagement integrieren möchten.

1. Zirkularität als strategische Aufgabe verstehen

Zirkularität beeinflusst den langfristigen Wert von Immobilien, das Risikoprofil sowie die Entwicklungsfähigkeit von Portfolios. Entsprechend sollte sie auf Ebene der Portfolio- und Unternehmensstrategie adressiert, um anschliessend alle Akteure dafür zu sensibilisieren – und nicht ausschliesslich in den Planungsteams einzelner Projekte.

2. Ambitionen früh und klar verankern

Klare Zielsetzungen und Prioritäten seitens der Eigentümerschaft sind entscheidend. Zirkularitätsziele müssen in Leitprinzipien, Vorgaben und Zielwerte übersetzt werden, die bereits zu Beginn Ausschreibungen, Wettbewerbe und Investitionsentscheide prägen.

3. Zirkuläre Kompetenz systematisch aufbauen

Eine wirkungsvolle Umsetzung erfordert mehr als technisches Fachwissen. Kompetenz zur Zirkularität umfasst das Verständnis von Prozessen, Materialien und Systemen ebenso wie organisationale Lernfähigkeit, belastbare Entscheidungsstrukturen und den Zugang zu relevanten Daten.

4. Zirkularität in bestehende Prozesse integrieren

Zirkularität wird erst dann skalierbar, wenn sie in bestehende Planungs-, Beschaffungs- und Governance Prozesseintegriert ist. Parallele oder einmalige Sonderlösungen erhöhen die Komplexität und erschweren eine langfristige Verankerung.

5. Durch konkrete Projekte lernen

Pilotprojekte und experimentelle Ansätze sind zentral, um Annahmen zu überprüfen, Herausforderungen sichtbar zu machen und Handlungssicherheit aufzubauen. Eine strukturierte Auswertung dieser Erfahrungen ermöglicht es, Erkenntnisse über einzelne Projekte hinaus nutzbar zu machen.

6. Zirkularität messbar und transparent machen

Bewertungen und Kennzahlen sind notwendig, um fundierte Entscheidungen zu treffen, Varianten zu vergleichen und Fortschritte nachvollziehbar zu machen. Dabei sollte die Messbarkeit auf ihre Entscheidungsrelevanz ausgerichtet sein – und nicht nur auf umfassende Datenerhebung.

7. In Iterationen denken, nicht in Einzellösungen

Die Transformation hin zu einer zirkulären Bauweise verläuft iterativ. Erkenntnisse aus Messung, Pilotprojekten und Monitoring sollten kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Zielsetzungen, Kompetenzen und Prozessen zurückfliessen, damit der Ansatz skaliert werden kann.

Wirkung

Werden diese Prinzipien konsequent angewendet, unterstützen sie den Übergang von einzelnen Pilot-Projekten mit zirkulären Ansätzen hin zu einer integrierten, portfolioübergreifenden Praxis. Damit leisten Immobilienbesitzer und Bauherren einen Beitrag zur Entwicklung von resilienten und zukunftsfähigen Immobilienportfolios und tragen zur sektorübergreifenden Transformation hin zu einem zirkulären Bau- und Immobiliensektor bei. 

«Der Erfolg zirkulärer Bauvorhaben entscheidet sich nicht erst in der Planung oder auf der Baustelle. Erfolgreiche Transformationen erfordern strategische Entscheidungen, organisationsübergreifende Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Zirkularität in bestehende Governance-, Beschaffungs- und Entscheidungsprozesse zu integrieren.»

Marloes Fischer, Gründerin und CEO Circular Hub

Zum vollständigen Paper.

Bildquelle: Circular Hub GmbH

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