Circular Construction Quarterly

Die Kreislaufwirtschaft im Bau- und Immobiliensektor entwickelt sich weiter – getrieben durch neue regulatorische Anforderungen, digitale Technologien und innovative Baukonzepte. Gleichzeitig zeigt sich: Der Weg von erfolgreichen Pilotprojekten hin zu einer breiten Marktanwendung bleibt eine der zentralen Herausforderungen. Wir ordnen die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Monate ein und zeigen, was sie für Entscheider bedeuten.

1. Bodenseeregion will Zusammenarbeit für zirkuläres Bauen stärken

Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) diskutierte, wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Bodenseeregion gestärkt und die praktische Umsetzung zirkulärer Ansätze beschleunigt werden kann. Bemerkenswert: In einzelnen Bereichen übersteigt das Angebot an wiederverwertbaren Baustoffen bereits die Nachfrage.

Warum das relevant ist

Die Herausforderung verschiebt sich zunehmend von der Verfügbarkeit zirkulärer Materialien hin zur Marktnachfrage. Entscheidend wird, wie Wiederverwendung systematisch in Planung, Ausschreibung und Beschaffung integriert wird.

Unser Take-away: Wer heute Nachfrage für Sekundärmaterialien schafft, sichert morgen Wettbewerbsvorteile.

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2. Künstliche Intelligenz wird zum Enabler zirkulärer Planung

Mit Lösungen wie «Tenderhub» des Tiroler Startup Revitalyze hält KI zunehmend Einzug in die Planungs- und Ausschreibungsphase. Ausschreibungen werden datenbasiert analysiert und Potenziale für CO2-Reduktion sowie den Einsatz zirkulärer Materialien sichtbar gemacht.

Warum das relevant ist

Die grössten Hebel für Ressourceneffizienz entstehen vor Baubeginn. KI kann helfen, zirkuläre Optionen früh zu identifizieren und Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitsziele besser miteinander zu verbinden.

Unser Take-Away: Zirkularität ist eine strategische Planungsaufgabe – nicht erst eine Materialfrage.

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3. Zirkuläres Bauen wird industrieller

Projekte in Gibraltar und Zürich zeigen exemplarisch, wie sich Kreislaufwirtschaft zunehmend in standardisierte Bauprozesse integriert. Während in Gibraltar ein Seniorenwohnheim mit 226 vorgefertigten Modulen realisiert wurde, erforscht die ETH Zürich den systematischen Wiedereinsatz von Baumaterialien mithilfe digitaler Technologien und Design-for-Reuse-Ansätzen.

Warum das relevant ist

Die Zukunft des zirkulären Bauens liegt nicht in einzelnen Leuchtturmprojekten, sondern in skalierbaren Prozessen. Modulares Bauen, digitale Materialpässe und Wiederverwendung schaffen die Voraussetzungen dafür, Zirkularität wirtschaftlich und reproduzierbar umzusetzen.

Unser Take-away: Der Fokus verschiebt sich von Einzelinnovationen hin zu systemischen Bauprozessen, die Wiederverwendung und Ressourceneffizienz von Beginn an integrieren.

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Foto von Steffen Lemmerzahl auf Unsplash

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