Zirkuläre Stadtentwicklung mit Menschen im Fokus

Anna Richardson, Stadträtin von Glasgow, ist auch Beauftragte für Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion. Sie setzt sich für die Kreislaufwirtschaft ein, weil sie erkannt hat, dass das derzeitige System nicht funktioniert. Deswegen will sie zirkuläre Alternativen aufzeigen, die besser sind, dabei den Menschen im Fokus haben und die Wertschätzung von Ressourcen fördern.

Was war für Sie der Auslöser, um die Städte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu bewegen?

Wenn wir die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt unserer Klimaschutzmassnahmen stellen, wird klar, dass das derzeitige System für keinen von uns funktioniert. Die Kreislaufwirtschaft bietet einen besseren Weg, damit jeder Zugang zu dem hat, was er braucht, ohne unnötigen Abfall zu verursachen. Kreislaufwirtschaft ermöglicht uns, die Städte zu dekarbonisieren und gleichzeitig weiterhin benötigte Wohnhäuser und Bürogebäude zu bauen.  Es muss sichergestellt werden, dass jeder Zugang zu erschwinglichen, gesunden Lebensmitteln hat. Ebenso muss eine lokale Wirtschaft geschaffen werden, die dem Klima zugutekommt, sowie Arbeitsplätze und Wohlstand für Glasgow schafft. Das ist eine grosse Aufgabe, aber eine, die es wert ist, angegangen zu werden.

Was kann die Schweiz von Glasgow lernen?

Ich hoffe, dass wir aufzeigen können, wie wir auf die Klimakrise reagieren und gleichzeitig das Leben der Menschen verbessern können. Glasgow ist eine Stadt voller Energie mit zahlreichen lokalen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden, die für die Menschen vor Ort etwas bewirken und die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und der Klimagerechtigkeit verkörpern. Wir können viele Probleme auf einmal angehen, wenn unsere Lösungen genau auf die Bedürfnisse unserer Gemeinden zugeschnitten sind.

«Im Mittelpunkt unserer Arbeit an der Kreislaufwirtschaft steht das Engagement für eine gerechtere Stadt für unsere Bevölkerung.»

Anna Richardson, Stadträtin und Beauftragte für Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion, Stadtrat Glasgow

Was ist Ihre Vision für die Circular City of Glasgow und was ist die grösste Herausforderung, die Sie bewältigen müssen?

Im Mittelpunkt unserer Arbeit an der Kreislaufwirtschaft steht das Engagement für eine gerechtere Stadt. Wir konzentrieren uns darauf, lokale Gemeinschaften dazu zu befähigen, Dienstleistungen zu erbringen, welche sie in ihren eigenen Stadtvierteln benötigen. Sei es durch gemeinschaftliches Teilen, Reparieren oder Wiederverwenden oder durch die Unterstützung sozialer Einrichtungen. Eine grosse Herausforderung wird es sein, die Verbraucher von einem linearen Konsumverhalten abzubringen. Wenn wir ihnen bessere, kostengünstigere Alternativen in ihrer lokalen Gemeinschaft anbieten, wird das helfen. Wir hoffen, einen Wandel weg von der reinen Abfallbewirtschaftung hin zur Wertschätzung von Ressourcen herbeiführen zu können, damit wir sowohl die finanziellen als auch die CO2-Auswirkungen verringern können. Dazu sind sowohl Investitionen in die Infrastruktur als auch Verhaltensänderungen erforderlich.

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