Bei INBO Social Circularity werden die Bewohner zu Bauplanern

Was wäre, wenn Bewohner:innen ihren Wohnraum von Anfang an mitgestalten könnten? In einem holländischen Projekt wurde dies umgesetzt. Eine weitere Innovation: die Wohnungen wurden nach einem «Merit-System» vergeben. Was es damit auf sich, fassen dieser Beitrag und ein Video zusammen.

INBO, ein holländisches Design-, Architektur- und Ingenieurbüro, das in den Niederlanden, Belgien und China tätig ist, verfolgt genau diesen Ansatz bei seinen Projekten. In einer Vorlesung an der HSLU erklärte eine der Architekt:innen, Céline Mugica, wie INBO Bewohner:innen in den Designprozess des neuen Space S Komplex in Eindhoven involvierte.

In einer Reihe von Workshops entwickelte INBO mit Dutzenden von zukünftigen Mieter:innen eine Vision, wie das alte, in Eindhoven stehende Philips-Elektronikgebäude zu einem grünen, sozialen und sicheren Wohnraum werden könnte. Dieser ko-kreative Prozess erlaubte es, dass sich bereits vor Ende der Bauarbeiten eine engagierte Wohngemeinschaft entwickelte: eine lebendige Nachbarschaft, in der sich alle für den gemeinsamen Lebensraum verantwortlich fühlen. Darüber hinaus ermöglicht eine solche Einbeziehung von Nutzer:innen und Bauherr:innen in den Designprozess bessere Feedbackloops - ein wesentlicher Pfeiler für eine Kreislaufwirtschaft.

Eine weitere Innovation von INBO: Die Wohnungen wurden nicht nach dem «first come, first serve» Prinzip vergeben, sondern nach einem «Merit-System». Das heisst, dass diejenigen, die sich am stärksten im Planungs- und Bauprozess engagiert hatten, erhielten prioritär eine Wohnung. Dadurch konnte auch eine hohe Diversität der Bewohner:innen sichergestellt werden. Schliesslich stehen der gesamten Stadt im neuen Space S Komplex öffentlich zugängliche Grünflächen bereit.

Das Video zum Vortrag von Céline Mugica von INBO können Sie hier nachsehen.

Möchten Sie mehr über die Arbeit von INBO und die Bedeutung der sozialen Kreislaufwirtschaft erfahren? Entdecken Sie unseren weiterführenden Artikel über das Viertel Little C in Rotterdam.

Bildquelle: INBO

More news

Juni 2026

Circular Construction Quarterly

Kreislaufwirtschaft im Built Environment gewinnt an Dynamik – von KI in der Planung bis zu modularen Best Practices. Die breite Marktintegration ist eine Herausforderung und strategische Chance zugleich.

Mai 2026

Wer ausschreibt, baut die zirkuläre Bauwende

Grenzwerte für graue Energie, das revidierte Beschaffungsrecht und der SIA-Klimapfad machen zirkuläres Bauen in der Schweiz zum neuen Massstab. Für Gemeinden und Kantone heisst das: Die Bauwende entscheidet sich in der Ausschreibung.

April 2026

Zirkuläres Bauen im KreislaufLAB gemeinsam voranbringen

Mit dem KreislaufLAB stärkt die Baudirektion des Kantons Zürich die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden, um Kreislaufwirtschaft systematisch in Planung und Bau umzusetzen. Bilanz nach einem Jahr Projektarbeit.

Contact Callback Newsletter