Der CBI Booster geht in die dritte Runde

Der CBI Innovation Booster ist Teil des Innovation Booster Programms von Innosuisse und prämiert jährlich 12 Projekte, die einen wichtigen Beitrag zum Übergang zu einer kreislauforientierten Bauindustrie leisten. Der CBI Booster veranstaltet während seiner Laufzeit von 2022-2025 jährlich mehrere Veranstaltungen, an denen die Baubranche zusammenkommt und sich zu Challenges austauscht, sowie mehrere Ideenausschreibungen zu identifizierten Challenges pro Jahr. Durch eine Fachjury werden jährlich bis zu 12 Projekte von Projektteams prämiert. Sie erhalten am Schluss insgesamt 20’000 CHF Funding und Zugang zu Workshops und weiterer Unterstützung für die Ideenentwicklung. Neben einem positivem Umweltimpact ist für eine Prämierung wichtig, dass die Projekte mittelfristig selbsttragend sein können.

Am 5. Mai 2023 wurden die folgenden sechs Projekte von einer Jury an einer öffentlichen Online-Veranstaltung ausgewählt:

  • Circularify
    Circularify hat sich zum Ziel gesetzt, das Ressourcenmanagement bei Gebäuderückbauten zu modernisieren. Dies möchten sie durch innovative Lösungen im Abbruchprozess erreichen. Durch die Digitalisierung von Altbauten zur Inventarisierung von verbautem Material und der Erarbeitung eines Entscheidungshilfe-Tools strebt das Projekt eine effektive Materialrückgewinnung sowie -wiederverwendung an. Darüber hinaus hat sich das Projekt vorgenommen, einen Katalog zukünftiger Rückbauprojekte zu erstellen. Damit möchte Circularify Transparenz über Ressourcen schaffen und den Rückbau mit der gezielten Wiederverwendung und Weiterverwertung von Materialien verbinden. Geplant ist, mit der Unterstützung durch den Booster einen optimierten Abbruchprozess samt entsprechender Entscheidungshilfen zu erarbeiten. Circularify stützt sich auf existierende Pilotprojekte, die Materiallisten zum Lernen liefern. Am Projekt mitbeteiligt sind Partner wie Roche, Hilti, Gruner, HSG und Empa NEST. Weitere Angaben CBI Webseite
  • Cyclopean Masonry: wie (mineralische) Steinbruchabfälle aufgewertet werden
    Cyclopean Masonry hat zum Ziel, die Verwendung von tragenden Wänden in Zyklopenmauerwerk neu zu überdenken und für das zukünftige zirkuläre Bauen zu erforschen. Im Wesentlichen geht es darum, die umfangreichen Ressourcen aus dem Aushub von Stein- oder Schwemmlandbrüchen in den Verwendungskreislauf zu integrieren. Diese Methode hat eine positive Auswirkung auf die Umwelt. Sie ist kohlenstoffarm und kommt ohne Stahlverstärkungen, Zusatzstoffe oder Chemikalien aus. Im Projekt involviert sind: Atelier Archiplein, Arbio SA, ECM-EPFL, Sustainable Construction und die ETHZ. Das Projekt ist forschungsorientiert und möchte durch das innovative Verfahren und Bausystem das Image jener unerschöpflichen und kohlenstoffarmen Ressourcen aufwerten. Dafür sucht das Team noch Investoren. Weitere Angaben CBI Webseite
  • DecentraLager
    DecentraLager möchte versteckte Steinprodukte aus den Lagern von Schweizer KMUs wieder in den Baustoffkreislauf integrieren. Das DecentraLager-Team kuratiert die Rest- und Abbruchmaterialien und macht die Primärmaterialen sowie Naturstein Re-Use Produkte über eine digitale Plattform für Aufbereitungsbetriebe und Planer:innen wieder verfügbar. Bauunternehmen profitieren vom Projekt, indem sie ohne zusätzlichen Aufwand und auf dem gewohnten Weg Zugang zu "regionalen" Steinprodukten erhalten. Gleichzeitig können sie ihre Lagerflächen optimieren. DecentraLager ermutigt teilnehmende Unternehmen, sich aktiv an der Rückwärtslogistik zu beteiligen. In Zukunft ist auch die Wiederaufbereitung der zurückgewonnenen Produkte eine Option. Unterstützt wird das Projekt von Minelli Naturstein & Handels AG. Weitere Angaben CBI Webseite
  • Fit for Re-Use: Das Argument für Stahlträger
    Stahlträger sind aufgrund ihres hohen Standardisierungsgrades, ihres Wertes und ihres grossen Potenzials zur Emissionsminderung ein guter Kandidat für die Wiederverwendung. Da es sich jedoch oft um tragende Bauteile handelt, ist die Qualitätssicherung entscheidend. «Fit for Re-Use» möchte eine schlanke und effiziente Methode für die Qualitätskontrolle auf dem Betriebsgelände entwickeln. Dazu müssen die Anforderungen an die Qualitätsinformationen verstanden und die optimalen Tests ausgewählt werden, welche diese Anforderungen innerhalb des Zeit- und Kostenrahmens erfüllen können. Der entwickelte Prozess wird in einem Pilotprojekt unter der Leitung von Eberhard Unternehmungen getestet. Ebenfalls beteiligt sind Öbu, Swiss Safety Center und EMPA. Das Projekt ermöglicht die Skalierung der Wiederverwendung von Stahlträgern durch die Verbindung des Abbruchsektors mit dem Neubau von Gebäuden. So soll der Weg für die Wiederverwendung von immer mehr Komponenten geebnet werden. Weitere Angaben CBI Webseite
  • Netzwerk Zirkulär
    Netzwerk Zirkulär will einen offenen Zirkulärpark in der Region Thunersee realisieren und somit ein lokales Netzwerk kreieren, das zeitgemässe Ansätze für die Implementierung von zirkulären Wertschöpfungsketten testet und umsetzt. Bisher besteht im Berner Oberland ein Vakuum an innovativen Entwicklungen hin zu einer zirkulären Bauwirtschaft. Der Zirkulärpark möchte daher die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Gesellschaft vor Ort fördern und soll als Austauschplattform und Katalysator dienen, um die Kreislaufwirtschaft in der Region zu etablieren. Angedacht sind Beratungen sowie Fachplanerleistungen als Dienstleistungen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Projekt wird geleitet von Smart Regio Thunersee und möchte mit der Unterstützung von Kocher Minder Architekten und dem Forschungspartner Berner Fachhochschule einen Entwicklungsraum für Kreislaufprojekte bieten. Weitere Angaben CBI Webseite
  • Sol-Hair
    Sol-Hair möchte mit der Produktion von leistungsstarken Dämmplatten aus natürlich verfügbarem Recyclingmaterial seinen Beitrag leisten, die Bauindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft zu bewegen. Das Projekt ermöglicht die energieeffiziente Verwertung von gesammelten Haarabfällen und bietet eine Alternative zu bestehenden energieintensiven Produkten, die abgebaut und umgewandelt werden müssen. Sol-Hair erzielt mit 38mW/(m*K) die gleiche Wärmedämmleistung wie geläufige Stein- oder Glaswolle, spart aber 40-80 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Materialien ein. Das Produkt besteht zu 100 Prozent aus biologischer Faser, wird nachhaltig in der Schweiz hergestellt und hilft Kunden, ihre Treibhausgasreduktionsziele zu erreichen. Dies tut es in Kollaborationen mit verschiedenen Akademikern und Forschern. Weitere Angaben CBI Webseite

Der CBI Innovation Booster wird durch Innosuisse ermöglicht und ist Teil des  Förderprogramms Innovation Booster. Diese sind jeweils auf unterschiedliche Themen fokussiert. Alle Innovation Booster haben den Anspruch mittels Open Innovation, also durch Austausch zwischen verschiedenen Organisationen entlang von Wertschöpfungsketten, radikale und neue Ideen anzustossen. Alle weiteren Informationen zum CBI Innvations Booster können auf der offiziellen CBI Booster Webseite gefunden werden. Link

Die nächste Ausschreibung des CBI Innovation Booster ist bereits offen, Deadline für die Projekteingabe ist der 5. September 2023.

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